Letzte Tage und adios!

Hola amigos,

jetzt sitze ich wieder hier. Draußen schneit es, ich trage wieder einen dicken Pullover und Wollsocken. Bienvenido a Alemania! Ich bin noch ein wenig müde, schließlich bin ich um 3 Uhr morgens aufgestanden… also nach panamaischer Zeit 🙂 Ich glaube, ich werde noch einige Tage brauchen, um das Jetlag richtig in den Griff zu bekommen.

img_2321Die letzten Tage waren echt noch Mal ein kleines Highlight. Die Vigil wurde mit einem Tanz eröffnet und einer Menge Musik. So feierten rund 200.000 Jugendliche bis in die Nacht hinein ihren Glauben. Moderne Lieder, auf die sogar unsere Priester tanzten. Unsere Gruppe legte sich dann auf dem Feld schlafen, bis am nächsten Morgen pünktlich (und das ist echt eine Seltenheit in Panama) um 06:00 Uhr eine Stimme ertönte: „Buenos dias!“ Na, danke… Um 8 Uhr begann dann auch schon die Abschlussmesse. Dank meines Presseausweises hatte ich einen super Ausblick von einem der Pressetürme und konnte super Bilder schießen und die Messe mitverfolgen. Zunächst fuhr der Papst ein letztes Mal über das Feld durch die Menschen und winkte natürlich. Die Message des Papstes aus seiner Predigt: „Ihr seid nicht die Zukunft, sondern das Jetzt Gottes“.

img_2394Dann wurde auch noch verkündet, wann und wo der nächste Weltjugendtag stattfinden soll. Da der portugiesische Präsident schon bei der Vigil übers Feld ging und sogar das ein oder andere Selfie mit uns machte, war es nicht mehr die größte Überraschung, das 2022 Portugal, also genauer Lissabon, das nächste Gastgeberland sein wird. Trotzdem haben sich die portugiesischen Pilger*innen mehr als gefreut und waren total aus dem Häuschen. In der Zwischenzeit haben wir uns schon auf den Weg zum Flughafen gemacht, wo abends unser Flug ging. Als wir im Flieger saßen, sahen wir noch die Abschiedsplakate für den Papst, der am selben Tag wie wir zurück nach Hause flog. Ich dachte mir natürlich, hey, jetzt hast du ja zehn Stunden Zeit deinen nächsten Blogbeitrag vorzuschreiben… haha, da hab ich aber auch noch nicht damit gerechnet, dass ich über acht Stunden des Fluges verschlafen werde. Naja, gibt Schlimmeres.

img_2095Mein Fazit für diesen Weltjugendtag

Ich bin überwältigt! Was dieses Land zu bieten hat, wie freundlich diese Menschen uns aufgenommen haben, vor allem in Portobelo. Unsere Gastfamilien hatten echt nicht viel, manche haben sich auch geschämt, uns nicht den Standard bieten zu können, den wir gewohnt waren. Natürlich war es für uns ein kleiner Schock. Doch wir konnten uns alle anpassen und uns wurde vor Augen geführt, wie dankbar wir sein sollten, so in Deutschland/Luxembourg leben zu können. Solch eine riesige Gemeinschaft, versammelt an einem Punkt der img_1891-1Erde aus allen verschiedenen Ländern, das gibt es wahrlich nur hier. Zusammen friedlich feiern, sich begegnen und austauschen. Dafür lohnt es sich, so eine weite Strecke auf sich zu nehmen. Dabei lernt man noch etwas über das Land und deren Kultur und am Strand war es schließlich auch nicht so schlecht 🙂

Aus Panama nehme ich vor allem die mittelamerikanische Gelassenheit mit, Dinge einfach mal so hinzunehmen, in den Tag reinzuleben. Trotzdem freute ich mich wieder über die deutsche Pünktlichkeit und das süße Frühstück. Doch ich denke nicht, dass das mein letzter Besuch in der Region bleiben wird. Dafür war es dort viel zu schön!

Ich denke, dass alle Teilnehmer sehr viel mitnehmen konnten aus diesen zwei Wochen und das Erlebnis nicht so schnell vergessen werden. Das wird vorerst mein letzter Blogeintrag werden! Vielen Dank, dass, vor allem während unserer Reise, so viele mein Geschriebenes hier gelesen haben!

Adios!

Gianna

Panama-Kanal

Hola amigos,

der Weltjugendtag neigt sich langsam dem Ende zu. Ich sitze gerade mit den anderen Pilger*innen auf dem Abschlussgelände für die Vigil heute und die Abschlussmesse morgen. Gestern haben wir uns den Panamakanal angesehen, also Panamas Sehenswürdigkeit Nummer eins sozusagen. Wär ja auch komisch gewesen, hätten wir den nicht gesehen. Es ist auf jeden Fall eine große Schleuse. Wir haben die Miraflores-Schleuse besucht, die in Panama-Stadt ist. Es gibt auch noch eine große Schleuse in Colón, die wir hätten besichtigten können.

Zunächst sind wir durch das Museum gegangen, in dem die Geschichte des Panamakanals erzählt wurde. Man konnte sogar selbst Schleusen öffnen und schließen. Am Ende genoß man die Aussicht vom Balkon aus. Wir haben mitverfolgt, wie große Frachtschiffe durch den Kanal fuhren. Das sind schon echt riesige Schiffe, da kommt man sich winzig vor. Auch hier haben wir wieder unsere Buttons getauscht: Peru, Nicaragua, Kolumbien und noch viele mehr.

Wir haben uns unseren Platz auf dem Feld nun gesucht, um zusammen die Vigil am Abend zu feiern. Wir haben einen tollen Blick auf eine Leinwand, sehen aber gleichzeitig die Bühne.

Morgen geht’s schon wieder in die Heimat… diese zwei Wochen vergingen dermaßen schnell. Gestern haben wir noch zusammen mit den zwei anderen Pilgerinnen, die mit mir untergebracht waren, und unseren Gastgebern ein schönes Abendessen gehabt. Mein Fazit:

Diese Familien, in Portobelo wie in Panama-City, waren so gastfreundlich, jederzeit für uns da und gestalteten uns den Aufenthalt so angenehm und schön wie möglich! An dieser Stelle noch Mal Gracias!

Hasta pronto!

Gianna

Der Papst als Popstar

Hola amigos,

ich melde mich aus dem heißen Panama. Man könnte sich schon fast beschweren. Doch dann denke ich daran, dass wir am Montag schon wieder Temperaturen um die 0 Grad spüren werden. Ich glaube, diese Umstellung wird schlimmer als das Jetlag.

Aber jetzt zu gestern: Vormittags besuchten Gruppen unseres Bistums verschiedene Projekte: Aids-, Drogen- und Indigene Pastoral. Ich war mit einer kleinen Gruppe im Aids-Projekt. Wir besuchten das Casa Hogar El Buen Samaritano, kurz CHEBS. Dort können Menschen ab 18 Jahren hinkommen, wenn sie sich mit dem HIV-Virus infiziert haben und sich aus finanziellen Gründen die Medikamente nicht leisten können.

Normalerweise sind die Medikamente frei, aber nur, wenn auch welche da sind. Zwei der Bewohner, die erst 20 und 23 Jahre alt waren, erzählten uns ihre Geschichte: wie sie sich angesteckt haben, wie sie ins Haus kamen, was ihre Träume sind. „Das Leben ist schön, passt darauf auf!“, das gaben uns die beiden noch mit auf den Weg.

Um 15 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Fahnentreff. Puh, das war ein Chaos. Es gab keinen geregelten Treffpunkt, jeder kam, wann er wollte und das die belgische Fahne, nur weil sie ungefähr die selben Farben hat wie die deutsche, nicht die deutsche Fahne ist, müssen die Panamaer auch noch lernen! 🙂 Naja, am Ende standen wir zwar so, wie wir es geprobt hatten, doch unsere Wege waren im Endeffekt wieder komplett anders als geplant. Daran würde ich mich wohl nie gewöhnen…

Doch die Fahnenparade war super! Wir standen keine fünf Meter vom Papst entfernt und hatten eine super Aussicht von der Bühne aus. Doch der Papst war nicht das Highlight für mich. Beim Warten an der Seite auf unseren „Auftritt“ ist der Papst durch die Menschenmenge gefahren. Vor uns waren die alten und kranken Menschen, die teilweise im Rollstuhl saßen. Und bevor der Papst an ihnen vorbeifuhr, standen sie auf mit letzter Kraft, versuchten noch einen Blick zu erhaschen. Das fand ich viel emotionaler als den Papst zu sehen, auch wenn das natürlich ebenso toll war.

Heute werden wir den Panama-Kanal besuchen. Davon gibt’s dann demnächst einen Bericht!

Hasta pronto!

Gianna

Panama, Papst und Pizza

Hola amigos,

gestern sind wir in Panamas Hauptstadt angekommen. Das war schon ein krasser Unterschied zum Dschungel. Autos, viele Menschen und Chaos. Es kamen echt viele Pilger, die dann auch in ihre Familien wollten. Wir sind in La Cresta, einem recht wohlhabenden Viertel, untergebracht. Am selben Abend fand auch noch die Eröffnungsmesse statt. Leider kamen wir etwas zu spät, was an unserer netten Gastfamilie lag.

An diese Massenveranstaltungen muss ich mich noch gewöhnen. So viele Menschen auf einem Fleck, das ist auf Dauer echt anstrengend. Ich bin trotzdem mehr als überwältigt von den vielen Nationen, die sich auf den langen Weg gemacht hat, um den Weltjugendtag zu feiern.

Fürs Essen, unsere Pizza, standen wir dann knapp zwei Stunden an. Das war ein bisschen nervig. Wir haben Vouchers bekommen, die wir in bestimmten Restaurants einlösen können. Dementsprechend sind diese Lokale überfüllt, wenn die Großevents aus sind, aber hey, so ist das halt.

Heute morgen ging unsere Gruppe in die Katechese. Leider kann ich dazu nichts sagen. Ich durfte nämlich um 7 Uhr MORGENS zur Cinta Costera (da, wo die Großevents sind) kommen, da dort die Fahnenprobe angedacht war. Ich darf nämlich morgen beim Papst-Willkommen die deutsche Fahne schwenken. Ihr könnt mich ja mal auf dem Bild suchen 🙂

Danach habe ich mir die Altstadt (Casco Viejo) angeschaut. Eine echt schöne Gegend. Alte Häuser, die wirklich gut restauriert wurden und total bunt sind. An jeder Ecke kann man etwas Neues entdecken. Plötzlich steht man am Meer oder vor verschiedenen Ständen, wo alle möglichen Sachen angeboten werden, meistens natürlich sehr touristisch, aber das ein oder andere Souvenir musste einfach mit!

Heute ist der Papst in Panama gelandet. In allen öffentlichen Fernsehern konnte man live mitverfolgen, wo der er gerade ist. Er ist durch die Innenstadt gefahren und wir haben ihn auch gesehen in seinem Papamobil. Die Leute um uns herum haben teilweise angefangen zu weinen, so berührt waren sie, obwohl der Papst vielleicht fünf Sekunden zu sehen war. Mal sehen, wie das morgen ist, wenn er offiziell begrüßt wird. Ich werde schließlich hautnah dabei sein 🙂

Hasta pronto!

Gianna

In den Jungle…

Hola amigos,

ich sitze gerade im Bus nach Panama-City. Die Übernachtung in Colón lief dann doch anders ab als geplant. Wir wurden alle samt in die Polizeischule von Colón gefahren, wo wir übernachteten: IN BETTEN 🙂 oh, das tat richtig gut und vor allem war es kühl! Zusammen mit den Polizisten und Polizistinnen hielten wir ein kurzes Morgengebet, wo wir ihnen dankten, dass wir spontan so herzlich aufgenommen wurden.

Daraufhin saßen wir alle im Bus Richtung Dschungel. Was wird uns dort erwarten? Wie wird das Wetter, wer begrüßt uns da? Am Hafen von Salamanca angekommen (das liegt ziemlich in der Mitte des Landes), stiegen wir in Einboote. Das sind längliche Boote mit jeweils zwei Sitzplätzen in einer Reihe. Das war eine aufregende Bootsfahrt. Manche wurden richtig dolle nass, ich zum Glück nicht.

Wir wurden mit einem leckeren Mittagessen begrüßt und durften danach entscheiden, was wir machen: entweder zum Wasserfall wandern oder am See baden. Ich war zwar etwas müde, aber hey, so schnell komme ich wahrscheinlich nicht mehr in den Urwald, also Wanderschuhe und Hose an und los gings. Und es hat sich mehr als gelohnt! Wir haben Ananas wachsen gesehen, einen schwarzen Frosch mit grünen Punkten, der sehr giftig aussah, und bunte Vögel. Am Ende sind wir noch in den kleinen See beim Wasserfall gesprungen. Hui, das Wasser war vielleicht kalt, aber nach der Wanderung genau das Richtige!

Wir haben anschließend unsere Zelte aufgebaut und gegessen! Die Messe durfte an diesem Sonntag natürlich nicht fehlen! Auch wenn ein Huhn kurz für Aufruhr sorgte, so hat man an diesem Abend gemerkt, dass alle, langsam aber sicher, im Dschungel angekommen waren. So lange ging’s dann auch nicht mehr an dem Abend für mich. Bis 3 Uhr haben wir auch alle gar nicht so schlecht geschlafen. Dann lief plötzlich ein Hund mit einer Plastiktüte über dem Kopf durch unser Zeltlager. Dieser wurde von den Gerüchen unserer Vorräte angelockt, verhedderte sich und lieg orientierungslos gegen die Zelte. Mein Zelt blieb Gott sei Dank heile.

Trotzdem mussten wir am Morgen früh aufstehen, denn es ging auf die lange Wanderung. Von unserem Dorf, Quebrada Ancha, ging’s mit dem Boot nach Boquerón Arriba und von da aus zu Fuß nach Santa Librada. Die Wanderung dauerte ziemlich genau sechs Stunden. Es ging durch den Urwald, über Felder und Hügel. Wir passierten teilweise den Camino Real, das war früher der Handelsweg in Panama. Am Ende des Beitrags findet ihr eine Bildergalerie vom Dschungel.

Die Wanderung war teilweise echt anstrengend und man musste immer schauen, wo man hintritt. Doch diese Natur ist wirklich beeindruckend. So wurde uns noch Mal richtig bewusst, was wir schützen müssen, um auch den nächsten Generationen das bieten zu können. Wir hatten auch eine sehr nette Begleiterin, die uns viel auf dem Weg erklärt hat. Gegen Ende sind wir noch dreißig Minuten durch einen kleinen Fluss gewandert. Die perfekte Abkühlung für unsere Füße!

Zurück wurden wir glücklicherweise gefahren. Wir waren mit 17 (!!!) Personen in einem Taxi mit Ladefläche. Acht Leute im Auto und neun hinten drauf. Das war was 🙂 aber wir leben alle noch und der Fahrer war auch zuversichtlich. Die Nacht war wesentlich ruhiger als die davor und so sind wir jetzt gestärkt, um den Weltjugendtag zu bestreiten! ¡Vamos!

Hasta pronto!

Gianna

Adios Portobelo, Hola Colón

Hola amigos,

ich melde mich mal wieder aus dem derart heißen Panama, dass ich mich in ein Einkaufszentrum gerettet habe. Die Hitze macht uns allen schon sehr zu schaffen, aber beschweren dürfen wir uns, denke ich, mal nicht… 🙂

Gestern feierten wir Messe mit Kongogesängen. Frauen trugen traditionelle und sehr bunte Kleider, sangen und tanzten. Auch die kleinen Jungen und Mädchen waren verkleidet und haben für uns den Gottesdienst sehr lebhaft gestaltet. Das war die letzte Messe, die wir in Portobelo gefeiert haben. Am Nachmittag stand dann ein Sportfest an: Volleyball, Fußball und Marathon (wobei dieser nur 5 km lang war). Deutschland hat zwar beim Fußball gegen Chile und Kolumbien verloren, aber wir haben sie natürlich gewinnen lassen, wir wollten nicht noch ein südamerikanisches Land so fertig machen.. 🙂 Volleyball war auch weniger erfolgreich, aber es geht ja um den Spaß 🙂

Ein paar kolumbianische Freunde

Zum Abschied gestaltete der Bürgermeister sowie die Voluntarios noch ein kleines Festival mit Tänzen und einer Band.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen… so weh es auch tat… meine Gastfamilie war so lieb zu mir und schenkte mir sogar noch ein T-Shirt und Anhänger. Ich habe noch schnell ein Bild mit ihnen gemacht, dann musste ich aber leider schon weg.

Als wir dann endlich im Bus saßen ging’s nach Colón zum Abschiedsfestival. Dort fand eine Messe statt und im Anschluss Bands und Musik. Wie ihr auf dem Bild seht, waren echt viele Nationen da, vor allem Südamerika. Aber auch Afrika, die USA und sogar die Vereinigten Arabischen Emiraten waren vertreten! Ich habe meine deutschen Buttons schon getauscht gegen Armbändchen, Anhänger und Buttons. Auf dem Bild seht ihr meinen Pilgerhut, der um einiges bunter geworden ist. Auch brauche ich mehr Platz am Arm.

Doch die Sonne hat jetzt so geknallt, dass ich wirklich flüchten musste, denn dort ist kein Baum, der Schatten spendet und trotz Sonnencreme und Hut hat die Sonne sehr viel Kraft. Heute schlafen wir in einer Schule bevor es dann in den Dschungel geht. Wie dort das Internet ist, weiß ich nicht!

Hasta pronto!

Gianna

Von Pommes zum Leguan

Hola amigos,

schon vier Tage unserer Reise sind vorbei!Wie schnell die Zeit vergeht. Um zehn fangen wir immer in der Kirche mit einem morgendlichen Gottesdienst an. Die Kirche ist übrigens ausgestattet mit Ventilatoren und die Tore sind offen. Ungewohnt, man hört die Gesänge und Gebete fast im ganzen Dorf, aber irgendwie ist es schön. Es wird geklatscht und getanzt im Gottesdienst, es steht eine Band bereit und die Panamaer legen bei jedem Lied richtig los.

Gestern haben wir den Kranken im Dorf einen Besuch abgestattet. In Gruppen sind wir in verschiedene Häuser gegangen und die Priester haben die Menschen gesegnet. Die Frau, die wir in meiner Gruppe besucht haben, war sehr berührt von unseren Liedern.

Die Volontari hier vor Ort organisierten uns einen Strandbesuch nahe Portobelo. Nach 40 min Fußweg kamen wir dann auch an einen Strand, der im Bilderbuch nicht schöner sein konnte. Palmen, weißer Sand und eine Schaukel am Baum für das perfekte Urlaubsfoto. Hier blieben wir dann für eine Weile. Die einen sonnten sich, die anderen tranken aus einer frischen Kokosnuss Kokoswasser. Dann hieß es wieder: Der Bürgermeister schmeißt ne Party. Na dann: Sachen packen und auf! Da war sogar eine Live-Band, die für uns und die anderen Pilger aus Kolumbien und Chile spielten.

Heute sind wir nach Buenaventura gefahren. Dort haben wir ein Kloster besucht und mit den Schwestern dort Messe gefeiert. Die Aussicht war auch ganz nett, aber für diese mussten wir erst ein Mal den Berg hoch laufen. Ein Kumpel von mir hat von seiner Gastmutter Zuckerrohr bekommen. Ich hab noch nie etwas gegessen, was so süß war und trotzdem vollkommen natürlich. Das war die optimale Stärkung neben dem Ananassaft, der ausgeschenkt wurde. Hier haben wir Bäume gepflanzt, die gesegnet wurden.

Weiter ging’s danach zum Strand – erneut. Aber dieser war auch wunderschön – wie jeder Strand hier wahrscheinlich. So konnte der Tag gut ausklingen.

So… und nun zum Titel meines Beitrags… Morgens hatte ich zum Frühstück Pommes. Das war wohl der ungewöhnlichste Zeitpunkt, an dem ich je Pommes gegessen habe 🙂 Doch das war noch längst nicht das Ungewöhnlichste… Ich hatte dieses Vieh hier auf meinem Teller. Ja es ist ein Leguan. Dieser lebte einen Tag in einer Mülltüte bei mir in der Küche. Abends kam dann der Gastvater zu mir und begrüßte mich mit dem noch wackelnden Schwanz des Tieres in der Hand. Ok, ich habe es tatsächlich probiert… naja lecker schmeckt anders, aber was man nicht alles für die Gastfreundschaft macht.

Aber sonst geht’s uns eigentlich allen super! Wir sind mehr als zufrieden hier und froh, dass wir diese Erfahrungen machen dürfen.

Hasta pronto!

Gianna

Die ersten beiden Tage

Hola amigos,

estamos en Panamá! Ja, wir haben es geschafft und sind gut gelandet. Schon am Flughafen wurden wir sehr herzlich von den Volontären des Weltjugendtags begrüßt. Manche meinten sogar, wir wären im panamaischen Fernsehen gewesen. Gesammelt ging’s dann in Bussen in die Diözese Colón nach Portobelo. Würden diese Busse ein Rad auf deutsche Straßen setzen, der TÜV stände direkt bereit. Mega laute Boxen, Fernseher aber noch nicht mal eine Vordertür und nur vier Reifen. Aufregend, aber die Stimmung war direkt da.

Abends sind wir dann in Portobelo, in unserer Gastpfarrei angekommen. Doch die Reise fing jetzt erst richtig an. Wir wurden dann in Gastfamilien untergebracht. Wir sind fast alle einzeln in Gastfamilien untergebracht. Natürlich ist das jetzt vielleicht nicht das Idealste, vor allem, wenn man kein Spanisch kann, aber Hände und Füße helfen da. Ich denke, wir sind dann eigentlich recht zügig alle ins Bett gefallen und haben auch bis 04:47 Uhr gut geschlafen. Danach hat sich der Hahn gemeldet, aber hier anscheinend ganz normal.

Der erste Tag fing um 10 Uhr mit einer gemeinsamen Messe mit Kolumbien und Chile an. Auch hier hat man direkt gesehen, was es heißt, am Weltjugendtag teilzunehmen. Offenheit, Freundlichkeit und eine gemeinsame Verbindung.

Danach haben wir eine kleine Stadtführung zum Hafen und zum zentralen Platz in der Stadt gemacht. Zum Mittag gab es, welch Wunder, Reis. Das wird hier eigentlich jeden Tag gegessen, aber es ist alles sehr lecker, was wir bisher bekommen haben.

Am Nachmittag durften wir etwas über die Kirche, in der wir sind, erfahren und der schwarzen Jesusfigur, die hier am Strand gefunden wurde. Dazu gibt’s auch schon einen früheren Eintrag hier, das könnt ihr nachlesen. Auf einem zentralen Platz begrüßte uns der Bürgermeister gemeinsam mit einem Tanzchor in traditionellen Gewändern. Der Mann weiß einfach, wie man Leute, und vor allem die Deutschen, richtig empfängt: erst Mal Freibier. Damit endete auch schon dieser erlebnisreiche Tag.

Heute sind wir einen Kreuzweg durchs Dorf gegangen. Diese Stationen gehen die Einheimischen hier sonst auch, so haben wir noch ein paar Ecken mehr des Dorfes kennengelernt.

Am Nachmittag war dann im wahrsten Sinne des Wortes Party angesagt. Es fuhren zwei Autos auf den Platz, die mit riesigen Boxen ausgestattet waren. Die wissen, wie man Party macht!

Die Krönung war dann der Platzregen, der uns aber nicht vom Tanzen abhielt. Die perfekte Abkühlung bei fast 30 Grad.

Morgen geht‘s dann zum Strand, da soll es angeblich auch ganz schön sein.

Hasta pronto!

Gianna

Erster Tag

Hola amigos,

ich komme erst jetzt dazu, mal einen Moment Ruhe zu genießen. Ich bin tatsächlich bisher mehr als überwältigt. Ich hatte richtig Glück. Ich bin in einer Gastfamilie, die zwar kaum Englisch kann und trotzdem irgendwie alles Mögliche versucht, sich um mich zu kümmern. Darüber bin ich sehr sehr dankbar! Und was man sagen kann: Portobelo ist wunderschön! Mal ganz abgesehen von den rund 30 Grad, ist Portobelo echt so eine richtige Bilderbuchstadt. Urwald, Meer und bunte Häuser.

Heute sind wir zusammen in der Messe empfangen worden, zusammen mit Kolumbien und Chile. Der Gottesdienst war sehr feierlich und rhythmisch. Danach bekamen wir eine kleine Stadtführung durch Portobelo. Der Hafen, ein zentraler Platz und ein Sportplatz. Auch eine Art von „Tanz-Chor“ hat uns begrüßt, mit traditionellen Gewändern und Tänzen, wo wir sogar mittanzen durften.

An dieser Stelle würde ich gerne noch dem Bürgermeister danken, dem mit gesparten Worten eine super Begrüßung gelungen ist: Freibier. Ein kaltes Bier war genau das Richtige für diesen Tag. Schlussendlich ging’s dann wieder in die Familien, wo es meistens genug zu Essen gab und mit genug mein ich, mehr als das Doppelte in Deutschland. Aber naja, besser als anders herum.

Morgen gehts dann weiter mit Gottesdienst und einer Menge Überraschungen.

Ich werd mich jetzt aufs Ohr hauen, das Jetlag lässt noch grüßen. Einen etwas genaueren Beitrag bekommt ihr bald, es sind so viele neue Eindrücke. Um diese alle zu bündeln und richtig zu beschreiben, bedarf es etwas Zeit.

Hasta pronto!

Gianna

Meine sieben Sachen

screenshot (5)Hola amigos,

es ist vollbracht. Ich habe meinen Rucksack bis auf ein, zwei Dinge gepackt! Hier findet ihr eine Liste, was ich alles dort reingesteckt habe. Vom Bistum haben wir eine Packliste bekommen, an der ich mich orientiert habe. Die „Kaffeemaschine“ ist natürlich keine richtige Kaffeemaschine, aber das könnt ihr im vorherigen Beitrag durchlesen 🙂

Das Wichtigste, bevor man loslegt: Alles auf den Boden vor sich legen und eine Liste machen. Am besten geht man einen Tagesablauf im Kopf durch: img_0710Was brauche ich morgens, während des Tages und abends? Hab ich alles, falls ich krank werde? Was brauche ich im Notfall? Nun, das habe ich alles gemacht und siehe da, es ist doch mehr, als man denkt. Mit der Kleidung habe ich mich wirklich beschränkt. 7 Oberteile, 2 kurze Hosen und die Outdoorhose zum Wandern im Dschungel plus ein Kleid. Das ist tatsächlich wirklich wenig. Wenn ich so bedenke, was ich normalerweise immer in den Urlaub mitschleppe, ist das wirklich wenig für mich. Bei den Socken werde ich aber nicht sparen. Da hab ich Füßlinge und Sneakersocken eingepackt. Man beachte die Erdbeersocken  🙂

Nachdem einem dann wirklich nichts mehr einfällt (hier sollte man sich wirklich Zeit lassen), kann man dann anfangen die Kleidung in Plastiktüten zu packen. Warum das Ganze? img_0731Erstens muss man Shirts, Hosen und Wäsche nicht im kompletten Rucksack suchen gehen und zweitens sind sie vor der Luftfeuchtigkeit geschützt. Die absolute Luftfeuchte im Januar beträgt in Panama um die 20 g/m^3. Zum Vergleich: in Deutschland sind das circa 4 g/m^3. Damit man Platz einspart und ihn maximal ausnutzt, sollte man die Roll-Technik anwenden. Eignet sich super, denn die Kleidung ist nicht geknittert, klein und kompakt. Das hab ich mit fast allen Sachen gemacht. In die Tüten rein, zugeknotet und beschriftet.img_0719 In meinen Kulturbeutel hab ich Sonnencreme, Zahnbürste/-pasta, Mückenspray, Blasenpflaster, Duschgel, Deo etc. reingepackt. Auch meine Gastgeschenke habe ich da verstaut, da die ziemlich empfindlich sind und das ein guter Schutz ist. Dann sieht das Ganze aus wie hier rechts. Das scheint ja gar nicht mehr so viel zu sein. Ich war auch tatsächlich überrascht, wie wenig ich mitnehme. Ich dachte wirklich, ich muss am Ende quetschen oder etwas raussortieren, aber nein, es ist tatsächlich noch Platz. Ich bin schon ein wenig stolz auf mich 🙂

Doch bevor es nun schlussendlich in den Rucksack geht, hab ich erst Mal alle Taschen, Reißverschlüsse und Fächer erkundet. Was kommt wo hin? Welche Sachen brauche ich am häufigsten? Ich hab mir den Rucksack nämlich ausgeliehen (Danke an der Stelle noch Mal).

Jetzt habe ich die großen Sachen, wie Matratze und Handtücher, Moskitonetz mit Seil und Schlafsack ganz nach unten gepackt. Bei den Sachen ist es nicht schlimm, wenn die gedrückt werden. Kulturbeutel brauche ich foto 06.01.19, 13 59 04eh erst abends. Dann die ganze Kleidung, falls ich mich auf der Reise doch noch umziehen sollte. Die restlichen Kleinteile hab ich in das oberste Fach gesteckt. Da sind sie am besten aufgehoben und ich kann drauf zugreifen, falls ich was brauche.

Stellt euren Rucksack genau ein! Das kann einem so viel erleichtern, im wahrsten Sinne des Wortes! Ich bin zwar klein und leicht und dachte der Rucksack wird wirklich eine Herausforderung, aber ich kann den tatsächlich gut hochheben, anziehen, und schleppen (naja, mal sehen, ob ich das immer noch sage, wenn ich damit 2-3 h rumgelaufen bin 🙂 ). Dann bleibt nur noch die große Frage: Wie viel wiegt das Ganze? Unfassbare 9,3 kg! Also letztendlich werden es um die 10 kgimg_0727 werden, wenn ich wirklich alles drin habe. Das hätte ich tatsächlich nicht gedacht! Gut gepackt, würde ich sagen. Dann ist also noch Platz, um ein paar Souvenirs mitzunehmen. Oder vielleicht auch ein paar mehr 🙂

So der Rucksack ist gepackt mit den wichtigsten Sachen und einer riesigen Portion Vorfreude (zum Glück wiegt die nichts). Ins Flugzeug nehme ich dann noch einen kleinen Rucksack mit, der auch im Dschungel mein Wanderrucksack sein wird. Auch mit dabei ist eine Bauchtasche, damit ich mein Handy, Geld und meine Dokumente direkt bei mir habe. Im Rucksack sind sie mir trotz Vorhängeschloss zu unsicher. Sämtliche Ladekabel für Handy und Powerbanks sind nicht zu vergessen! screenshot (6)Die passenden Adapter befinden sich im großen Rucksack. Der ca. 14-stündige Hinflug muss ja irgendwie überbrückt werden, so dass ein Kartenspiel, Kopfhörer und ein Buch (in diesem Falle ein Kindle, ist leichter und kompakter) auf jeden Fall mitkommen müssen. Vor allem beim Rückflug haben wir einen sehr langen Aufenthalt in Madrid, da sollte ein Zeitvertreib nicht fehlen. Zum Schlafen ein Kissen, d360062c-a291-4e3b-a6b5-a22d78fe2062das kann man ganz klein machen und passt in jede Tasche. Meinen Panamahut werde ich selbstverständlich tragen, so gehe ich am Flughafen nicht verloren. Mal schauen, in welch kurzer Zeit ich Spanisch lernen kann. Ich verstehe relativ viel, vor allem Geschriebenes, da ich Italienisch spreche. Aber in manchen Wörtern unterscheidet sich Spanisch doch sehr. Eine kleine Dokumentenmappe mit allen wichtigen Papieren, werde ich auch noch ins Handgepäck stecken.

img_0726Beim Abflug hab ich noch einen Pulli an, in Deutschland ist es schließlich nicht ganz so warm. Auch werde ich die schwersten Schuhe anziehen, denn alles was man an hat, muss man nicht zusätzlich schleppen.

Doch hab ich wirklich alles? Das fragt man sich ja ständig irgendwie. Deswegen: immer früh mit dem Packen anfangen, bis zum Abflug fallen einem bestimmt noch ein, zwei Dinge ein, die noch in den Rucksack müssen. Doch mit der Packliste bin ich, glaube ich, gut ausgestattet und vorbereitet für eine aufregende Reise, die in weniger als einer Woche losgeht.

 

Hasta pronto!

Gianna

 

*Anzeige, wegen Erkennung von Markennamen